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Mehr als ein Gehaltscheck

Ein eigener Lohn verändert mehr als das Konto. Er schafft Selbstvertrauen,
eröffnet neue Möglichkeiten und macht Selbstbestimmung erlebbar. Das Projekt
„Step by Step“ der Lebenshilfe Region Judenburg zeigt, wie Menschen mit
Behinderungen Schritt für Schritt den Weg auf den ersten Arbeitsmarkt schaffen.

Wenn Robert Oberreiter zur Arbeit fährt, weiß er genau, warum. Seit über zwei Jahren arbeitet der 23-Jährige im Gasthaus Stocker in der Region Murtal – und ist dort angekommen.

„Den Schritt raus aus dem Neuen Marktwirt bereue ich keine Sekunde. Seit Anfang an macht mir die Arbeit im Gasthaus Stocker Spaß und ich freue mich jedes Mal, wenn ich zu meiner Arbeit fahre“, erzählt Robert.

Sein Ziel ist klar: „Ich möchte durch das Projekt Step by Step dauerhaft im Gasthaus übernommen werden.“

Schritt für Schritt ins Arbeitsleben

Der Einstieg erfolgte über das Projekt Step by Step der Lebenshilfe Region Judenburg. Nach einem Praktikum wurde Robert angestellt und arbeitet heute mitten im Team. Begleitet wird er dabei genau so viel, wie er Unterstützung braucht – mit dem Ziel, dauerhaft auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Ein Gewinn für alle

Auch im Gasthaus Stocker möchte man Robert nicht mehr missen. „Robert bereichert das ganze Team mit seiner Art. Sobald Robert nicht in der Arbeit ist, geht einfach etwas ab“, sagt Inhaberin Edith Zechner-Stocker.
Sie ist überzeugt: „Man kann nichts verlieren. Man kann nur dazulernen. Ich finde, viel mehr Unternehmen sollten sich einfach ein Herz fassen und es ausprobieren.“
Für Roberts Eltern war der Einstieg zunächst Neuland. Heute überwiegt der Stolz: „Natürlich haben wir immer gehofft, dass unser Sohn einmal einen bezahlten Job bekommt. Alleine die Entwicklung, die Robert in den letzten zwei Jahren geschafft hat, macht uns stolz.“

 

Der Knackpunkt: ein guter Rahmen

Marco Sagmeister begleitet das Projekt Step by Step bei der Lebenshilfe Region Judenburg. Für ihn braucht erfolgreiche Inklusion vor allem eines: einen guten Rahmen.
„Menschen müssen Schritt für Schritt die Möglichkeit bekommen, Fähigkeiten zu entwickeln und Erfahrungen zu sammeln. Dann gelingt auch der Übergang in einen Betrieb des ersten Arbeitsmarkts.“
Edith Zechner-Stocker
Edith Zechner-Stocker ist Inhaberin des Gasthaus Stocker

Ein echtes Gehalt verändert etwas

Was sich dabei verändert, erlebt er immer wieder. „Man erkennt, wie die Selbstständigkeit wächst und wie das Selbstvertrauen steigt. Es macht etwas mit einem Menschen, wenn er für seine Arbeit einen Lohn bekommt und nicht nur Taschengeld.“
Seit 2018 konnten über das Projekt bereits mehrere Menschen dauerhaft von Partnerbetrieben übernommen werden.

Lebenshilfe Steiermark
Mariahilferplatz 5/1
8020 Graz