{"id":1914,"date":"2024-09-25T08:48:04","date_gmt":"2024-09-25T06:48:04","guid":{"rendered":"https:\/\/lebenshilfe-stmk.at\/?p=1914"},"modified":"2024-09-25T09:24:51","modified_gmt":"2024-09-25T07:24:51","slug":"oft-uebersehen-psychische-erkrankungen-bei-menschen-mit-behinderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lebenshilfe-stmk.at\/ll\/oft-uebersehen-psychische-erkrankungen-bei-menschen-mit-behinderung\/","title":{"rendered":"Psychische Erkrankungen bei Menschen mit Behinderung"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"1914\" class=\"elementor elementor-1914\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-4606ae5 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"4606ae5\" data-element_type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-c15afad elementor-widget elementor-widget-heading\" data-id=\"c15afad\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"heading.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t<h1 class=\"elementor-heading-title elementor-size-default\">Oft \u00fcbersehen: Psychische erkrankungen bei menschen mit behinderung<\/h1>\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-2397d54 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"2397d54\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Auch Menschen mit Behinderung k\u00f6nnen psychisch erkranken. Sie haben sogar ein erh\u00f6htes Risiko psychisch krank zu werden. Trotzdem werden diese Erkrankungen oft nicht richtig erkannt und behandelt.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-54b8c52 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"54b8c52\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><i>Von Claudia Schr\u00f6der<\/i><\/p><p><b>\u00a0<\/b><\/p><p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Entstehung psychischer Erkrankungen sind vielf\u00e4ltig und komplex. Es kann zum Beispiel biologische Risikofaktoren geben. Aber auch \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse, sogenannte Umweltfaktoren, k\u00f6nnen Grund f\u00fcr eine psychische Erkrankung sein. Solche Umweltfaktoren sind zum Beispiel eine eingeschr\u00e4nkte Selbstbestimmung, verringerte verbale Kommunikations-F\u00e4higkeit oder Nebenwirkungen durch Medikamente.<\/p><p>\u00a0<\/p><p><strong>Schwer zu erkennen<\/strong><\/p><p>F\u00fcr \u00c4rzt*innen und Therapeut*innen ist es nicht immer einfach, eine psychische Erkrankung richtig zu diagnostizieren. Das hat verschiedene Gr\u00fcnde. Manche Menschen k\u00f6nnen ihre Symptome verbal nicht gut beschreiben. Manchmal werden Symptome einfach der Behinderung der betroffenen Person zugeschrieben, obwohl es eigentlich von einer psychischen Erkrankung ausgeht. Bei der Diagnose braucht es\u00a0 Zeit und es muss genau hingeschaut werden. So kann man herausfinden, ob ein Verhalten mit der bestehenden Behinderung zusammenh\u00e4ngt, oder der Grund eine psychische St\u00f6rung ist.<\/p><p>\u00a0<\/p><p><strong>Angepasste Therapie<\/strong><\/p><p>Menschen mit Behinderung f\u00e4llt es nicht immer leicht, ihre Beschwerden zu formulieren und Verhaltensmuster zu reflektieren. Das ist auch in der Psychotherapie selbst eine Herausforderung. Oft ist die Psychotherapie sehr sprachbasiert. Es wird \u00fcber Probleme geredet und L\u00f6sungen werden im Gespr\u00e4ch erarbeitet. Dazu braucht es eine gute Kommunikations-F\u00e4higkeit und viel Konzentration. Hier braucht es f\u00fcr manche Menschen andere Methoden. Es kann zum Beispiel mit Bildern gearbeitet werden oder man kann Bezugspersonen in die Therapie mit einbauen.<\/p><p>\u00a0<\/p><p><strong>Therapie ohne zu sprechen<\/strong><\/p><p>Manchmal ist klassische Psychotherapie nicht sinnvoll. Es gibt auch Arten von Therapie, bei der man nicht sprechen muss. Zum Beispiel gibt es Kunsttherapie. Dabei k\u00f6nnen Gef\u00fchle und Gedanken gestalterisch ausgedr\u00fcckt werden. Das kann f\u00fcr manche Menschen einfacher sein, als zu sprechen. Es gibt dabei viele M\u00f6glichkeiten. Man kann etwas zeichnen, mit Ton arbeiten oder auch mit Wolle. Der Kreativit\u00e4t sind keine Grenzen gesetzt. Eine weitere M\u00f6glichkeit ist Musiktherapie. Die Musiktherapie ist auch eine guter Weg, ohne zu sprechen, therapeutisch zu arbeiten. F\u00fcr Musiktherapie braucht man keine musikalischen Vorkenntnisse. Es wird mit einfachen Instrumenten wie Glockenspiel oder Trommeln gearbeitet. Macht man selber Musik, nennt man das aktive Musiktherapie. Es gibt auch Musiktherapie, bei der man sich Musik anh\u00f6rt. Das nennt man regulative Musiktherapie.<\/p><p>\u00a0<\/p><h4><strong>Interview mit Psychotherapeutin Ela Neidhart<\/strong><\/h4><p>Ela Neidhart ist seit 2009 in freier Praxis als humanistische Psychotherapeutin t\u00e4tig. Au\u00dferdem hat sie eine Ausbildung zur Diplomierten Behindertenp\u00e4dagogin abgeschlossen.<\/p><p>\u00a0<\/p><p><strong>Haben Menschen mit intellektueller Behinderung \u00f6fter psychische Erkrankungen?<\/strong><\/p><p>Ja. Menschen mit intellektueller Entwicklungsst\u00f6rung leiden deutlich h\u00e4ufiger an psychischen Erkrankungen als die sogenannte Allgemeinbev\u00f6lkerung. Die Pr\u00e4valenz ist drei bis viermal so hoch, also das ist schon gravierend.<\/p><p>\u00a0<\/p><p><strong>Woran liegt das Ihrer Erfahrung nach?<\/strong><\/p><p>Ich glaube es liegt zum einen daran, dass psychische Erkrankungen nicht so leicht erkennbar sind. Und neben dem nicht erkennbaren kommt eine H\u00e4ufung von Traumatisierungen hinzu. Meiner Erfahrung nach haben Menschen mit intellektuellen Entwicklungsst\u00f6rungen h\u00e4ufig Traumatisierungen. Stigmatisierung ist auch ein Grund, warum es Menschen mit intellektueller Entwicklungsst\u00f6rung mehr trifft. Und ein weiterer Punkt ist die Kommunikationsbarriere. Menschen die sich nicht so gut ausdr\u00fccken k\u00f6nnen, haben ein erh\u00f6htes Risiko sich \u00e4ngstlich oder frustriert zu f\u00fchlen.<\/p><p>\u00a0<\/p><p><strong>Was sind die Besonderheiten in der Psychotherapie mit Menschen mit intellektuellen Behinderungen?<\/strong><\/p><p>Ich glaube, dass Vernetzung das Wichtigste ist. Das ist nicht so einfach, weil es eine gesetzliche Schweigepflicht gibt. Ich mache es so, dass ich Klient*innen frage, ob ein Vernetzungsgespr\u00e4ch, zu dem sie einladen k\u00f6nnen wen sie wollen, m\u00f6glich ist. Ich erkl\u00e4re warum das wichtig w\u00e4re und was sie davon haben.<\/p><p>\u00a0<\/p><p><strong>Und was sind die gr\u00f6\u00dften Herausforderungen?<\/strong><\/p><p>Eine der gro\u00dfen Herausforderungen ist f\u00fcr mich, herauszufinden ob Psychotherapie Sinn macht oder nicht. Es wird immer mit viel Hoffnungsgef\u00fchl in die Psychotherapie gegangen. Es ist als ob Psychotherapie ein bisschen zaubern k\u00f6nnte. Und das ist nat\u00fcrlich nicht der Fall. Psychotherapie erfordert ein Mindestma\u00df an Selbstreflexion. Und diese Abkl\u00e4rung, ob nicht eine Musiktherapie, eine Ergotherapie oder Schwimmen gehen besser w\u00e4re das ist die Herausforderung.<\/p><p>\u00a0<\/p><p><strong>Ist die Arbeit mit Menschen mit intellektuellen Behinderungen Teil der Ausbildung zur Psychotherapeut*in?<\/strong><\/p><p>Nein, gar nicht. Es gibt keine Schwerpunkte in diesem Sinn. Und ich glaube auch in der psychiatrischen Ausbildung ist das ein Randthema, wenn \u00fcberhaupt. Also da sind wir ganz schlecht. Die Gruppe ist zu klein, es gibt zu wenig Lobby.<\/p><p>\u00a0<\/p><p><strong>Welche Methoden gibt es um mit jemandem in der Psychotherapie zu arbeiten, der sich verbal nicht gut ausdr\u00fccken kann?<\/strong><\/p><p>Es ist wichtig die Psychotherapie nicht zu \u00fcbersch\u00e4tzen. Sie kann vieles, aber vieles auch nicht. Und ein Minimum an verbaler Kommunikation ist notwendig. Wenn ich mit Menschen arbeite, die sich grunds\u00e4tzlich weniger ausdr\u00fccken k\u00f6nnen, braucht es eine gro\u00dfe Vielfalt an Techniken. Wie zum Beispiel mit den H\u00e4nden reden, Dinge zeigen, mit Bildkarten arbeiten oder mit kreativen Medien arbeiten. Je nachdem, was die Klient*in auch gerne tut. Da muss man ma\u00dfgeschneidert arbeiten.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-fc0f92c e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"fc0f92c\" data-element_type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-ae7acc9 elementor-widget elementor-widget-image\" data-id=\"ae7acc9\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"image.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"540\" src=\"https:\/\/lebenshilfe-stmk.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Design-ohne-Titel-1-1-768x540.png\" class=\"attachment-medium_large size-medium_large wp-image-1940\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/lebenshilfe-stmk.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Design-ohne-Titel-1-1-768x540.png 768w, https:\/\/lebenshilfe-stmk.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Design-ohne-Titel-1-1-300x211.png 300w, https:\/\/lebenshilfe-stmk.at\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Design-ohne-Titel-1-1.png 1024w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oft \u00fcbersehen: Psychische erkrankungen bei menschen mit behinderung Auch Menschen mit Behinderung k\u00f6nnen psychisch erkranken. 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